Premierenbericht:
"Lunakanal" von Herbert Haider


Jede Menge Stimm-ung!
Hören Sie Stimmen? Viele bekannte Stimmen, es ist aber nur eine einzige Person in Sichtweite? Vielleicht sind Sie ja verrückt geworden. Vielleicht aber steht Herbert Haider mit seinem aktuellen Soloprogramm "Lunakanal" vor Ihnen auf der Bühne. In diesem Falle kann man Ihnen zum Wahnsinn nur gratulieren.


Haider hoppt.
Der Vollmond verleidet Lottie Pichler ihre Nachtruhe. Die Tiroler Pensionistin greift deshalb zur Fernsehbedienung und zippt sich gleichgültig-gelangweilt durch den Abend. Herbert Haider channel-hoppt mit ihr durch sein geniales Programm. Bei 35 Kanälen zippt es nicht zu knapp. Die Prominenz des Flimmerkasten trifft sich also im Wohnzimmer der Frau Pichler und nimmt die Gestalt von Herbert Haider an. Eine herrliche Gelegenheit für Haider, seine bunte Palette an Stimmen, Mimik und Gestik für seine parodistischen Imitationen auszuschöpfen. Auf die Schaufel genommen wird alles, was Rang und Namen hat.

 
Mehr wirklich als reality
Wenn es im Fernsehen nix G'scheites spielt, empfiehlt sich "Lunakanal". TV wie es wirklich ist, sieht daneben ziemlich blass aus. Der Musikantenstadl sendet live vom Mond, dabei bleibt Karl Moik im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg. Stargäste Gehrer und Schüssel trällern: "Es wird scho glei dumpa". Servus, Pfiat Gott und auf Wiedersehen. Mit oder ohne Koffein, auf "Lunakanal" drehen diverse Schauspieler der Kaffee Haag Werbung auf jeden Fall durch. Schon fast unheimlich, aber unheimlich gut. Ist Jörg Haider im Blaumeisental oder im Bärental daheim? Unwissenheit könnte Sie im Angesicht des Showmasters Fendrich das Leben kosten. Die Vizekanzlerin spendiert die todesbringende Kobra.

 
Von Kindesbeinen an...
Herbert Haider hat Talent in die Wiege gelegt bekommen. Im zarten Alter von zehn Jahren hat er bereits Kreisky imitiert und seitdem gewinnt sein Repertoire in jeder Hinsicht an Größe. Der Mann mit den 1000 Stimmen, bekannt geworden durch "Peda und Peda" und andere Comedyserien, ist des Unsinns noch lange nicht müde.
Für so ein Kabarettprogramm muss man einfach die Stimme erheben.

Karin Geisler